Wir haben die Suchlogs von über 50 B2B-Shops aus Industrie, Großhandel und Ersatzteilen ausgewertet. Die Realität ist unbequem: im Schnitt 38 % aller Suchanfragen führen zu null oder unbrauchbaren Treffern. Davon ein erheblicher Teil bei Kunden, die kaufen wollten.
Drei Muster, die wir immer wieder sehen
1. Standardsuchen verstehen keine Komposita
„Hochdruckschlauch DN10 1SN" zerfällt in der typischen Shop-Suche in drei Wörter, von denen keines im Produkttitel steht. Die Suche liefert null, obwohl der passende Artikel im Sortiment ist. Mit semantischer Zerlegung wäre derselbe Treffer in 47 ms da.
2. Werkstoff-Codes werden als Volltext gelesen
Ein Kunde sucht „1.4571 zylinderkopf m8". Die Standardsuche behandelt „1.4571" als Bestellnummer. Treffer: null. Tatsächlich ist es eine Werkstoffbezeichnung (V4A-Edelstahl), die als Filter gehört.
3. Synonyme fehlen
„V2A", „A2", „1.4301": drei Namen für dasselbe Material. Wer den falschen sucht, findet nichts. Manuelle Synonym-Pflege funktioniert, ist aber bei 280.000 Artikeln nicht skalierbar.
Was diese 38 % konkret bedeuten
Wir haben das in einer Beispielrechnung durchgespielt: Ein B2B-Shop mit 150.000 € Tagesumsatz, 30 % davon aus der Suche. Bei 38 % gescheiterten Suchen und einer durchschnittlichen Conversion-Rate von 4 % bedeutet das:
- Verlorener Umsatz pro Jahr: ca. 2,7 Mio. €
- Davon realistisch zurückholbar: 60-70 %, je nach Sortimentstiefe
- Eywora-Lizenz im Vergleich: rund 16 T€ pro Jahr
Das ist kein Marketing-Optimismus. Das ist die Größenordnung, in der Such-Probleme sich auswirken, wenn man sie ehrlich misst.
Was Sie heute tun können, auch ohne neuen Anbieter
Schritt 1: Zero-Result-Queries messen
Die meisten Shop-Systeme zeigen die meistgesuchten Begriffe ohne Treffer im Backend. Wenn nicht: ein simples Logging-Script reicht für den Anfang. Diese Liste ist Ihre Goldquelle.
Schritt 2: Synonym-Top-10 manuell pflegen
Nehmen Sie die Top-10 Zero-Result-Queries. Schauen Sie nach: existiert das Produkt? Mit welchem Begriff? Tragen Sie ein Synonym ein. Das fängt 30-40 % der Verluste sofort ab.
Schritt 3: Search Share messen
Wieviel Ihres Umsatzes kommt eigentlich über die Suche? Wenn Sie es nicht wissen: das ist Ihre Priorität für die nächste Woche. Erst messen, dann entscheiden.
Wann sich ein Wechsel rechnet
Standard-Suchsysteme reichen für kleine Sortimente mit einfacher Sprache. Wer technische Attribute, Normen, Werkstoffcodes oder mehrere Sprachen hat, holt mit einer KI-basierten Suche typischerweise +20 bis +30 % Conversion auf Search-Traffic heraus. Mehr dazu im direkten Vergleich.
Die ehrliche Kurzfassung: Wenn Sie über 20.000 Produkte mit B2B-Attributen haben und die Suche nicht regelmäßig pflegen können, ist der ROI eines Wechsels in 95 % der Fälle gegeben. Bei kleineren Setups oft erst dann, wenn ein bestimmter Schmerz konkret wird.